| GESCHICHTE VON THYSSENKRUPP WAUPACA
Im Jahr 1871 gründet John Rosche am Ufer des Flusses Waupaca die Pioneer-Gießerei, genau östlich der Hauptstraße in der Stadt Waupaca. Rosche betrieb die Gießerei bis 1886, als sein Sohn Fred Rosche eine Partnerschaft mit H.H. Suhs bildet. Es entsteht Suhs - Rosche. Sie spezialisieren sich auf die Herstellung des Waupaca-Walzpfluges. Einige ihrer weiteren Spezialgebiete waren die Herstellung von Schlittenkufen, Schiebrahmengewichte für Fenster und Brechbacken, die in der Steinbrecherfabrik der Stadt Waupaca genutzt wurden.
Kurz nach der Jahrhundertwende wurde die Gießerei an Leo Niemuth verkauft. Einige Jahre später wurde sie an Charlie Dombrowski verkauft. Dombrowski betrieb die Gießerei bis zu seinem Tod 1955. Seine Witwe, eine ehemalige Lehrerin aus Waupaca, verkaufte die Firma an Clifford Schwenn. Nachdem Schwenn die Gießerei gekauft hatte, wurde der Name in Waupaca Foundry, Inc. geändert. Zu dieser Zeit hatte die Gießerei 13 Mitarbeiter und es wurden 2 bis 3 Tonnen pro Tag gegossen. Im März 1955 verließ Donald Brunner die Brillion Iron Works und trat als Produktionsleiter in die Waupaca Foundry, Inc. ein. Sofort wurde die Produktionsstätte eine Formenhalle angebaut.
Im Mai 1955 wurde Fullerton Lumber Yard in der North Division Street gekauft. An diesem Standort waren die Büros, die Produktion, die Versandabteilung und die Montageabteilung untergebracht. Im März 1957 wurden in der Gießerei Lkw-Bremsscheiben gegossen sowie Achsteile für Schwertransporter, wasser- und luftgekühlte Industriemaschinenteile, Gussteile für Holz- und Metallbearbeitungsmaschinen, Elektromotorengehäuse und Teile für elektrische Türöffner.
Im Mai 1957 begann man mit dem Bau eines Betongebäudes, welches 24,40 x 36,58 m lang war, eingeschlossen ein Flügel für den Kupolofen von 4,88 x 12,19 m. Im August 1957 wurde ein vier Tonnen schwerer Kupolofen mit einem 14 m hohen Schornstein gebaut. Im Oktober wurde das erste Eisen gegossen. Der gesamte Betrieb wurde auf die neue Produktionsstätte verlagert und die Schmelzproduktion stieg auf 30 Tonnen pro Tag an.
Im Dezember 1958 wurde eine zusätzliche Anlage gebaut, gefolgt von einer weiteren im Dezember 1959 und einer dritten im Dezember 1962. Im März 1964 wurden 78 Tonnen pro Tag geschmolzen. Im Juni 1964 arbeiteten 150 Arbeiter in der Gießerei und der Ausbau ging weiter.
Im August wurde ein zusätzliches Grundstück für ein weiteres Werk gesucht. Die Stadt Waupaca willigte ein, eine Landparzelle von 16 Hektar zu verkaufen, die sich östlich der Ware Street befand. Es wurde ein Hauptgebäude in der Ware Street geplant (24,39 x 73,15 m) mit einem 15,24 Meter langen Anbau auf einer Seite. Die Pläne sahen einen Ofenraum von 9,14 x 24,38 m und einen Umkleide-und Duschraum von 12,19 x 17,7 m vor.
Am 17. Februar 1966 wurden in der Gießerei von Werk 2 täglich 30 Tonnen Eisengrauguss gegossen. Im elften Jahr war die Zahl der Mitarbeiter bereits auf 200 angestiegen.
Am 15. Juli 1966 begann der Ausbau von Werk 2. Im August desselben Jahres stieg die Schmelzproduktion auf 80 Tonnen pro Jahr an.
Die erste Vertikalspritzgießmaschine wurde im Mai 1967 aufgestellt. Im Juli desselben Jahres wurden mit 275 Beschäftigten 140 Tonnen pro Tag geschmolzen. Die zwei Werke nahmen eine Nutzfläche von 1068,38 m2 ein. Im September 1967 wurde eine zweite und im August 1968 wurde die dritte Vertikalspritzgießmaschine in Betrieb genommen.
Im Juli 1968 gab Phillip W. Scott, Präsident der Firma The Budd Company in Troy, Michigan bekannt, dass seine Firma die Waupaca Foundry, Inc. gekauft hat. Hierdurch wurde die Waupaca Foundry, Inc. zu einem eigenständigen Privatunternehmen innerhalb des Automobilbereichs der Firma The Budd Company.
Im Oktober 1968 erhielt Werk 2 eine Zusatzgebäude von 34377,41 m2. Im März 1969 wurde Werk 3 in Betrieb genommen. Das Gießen von Eisen wurde auf 18 Stunden pro Tag erweitert und der alte Kupolofen durch eine größere Einheit ersetzt, die eine Schmelzkapazität von 24 Tonnen pro Stunde hatte.
Im Jahr 1969 wurde in der Produktionsstätte ein Schulungsprogramm eingeführt, um die Fertigkeiten der Produktionsarbeiter zu erweitern. Die Zahl der Arbeitskräfte war zu dieser Zeit auf 311 Mitarbeiter angestiegen.
Werk 3 wurde im Oktober 1971 erweitert.
Nachdem Clifford Schwenn pensioniert wurde, wurde Donald Brunner im Jahr 1971 Präsident von Waupaca Foundry, Inc.
Im Dezember 1972 wurde eine Futter-und Samen Firma an der Ecke von North Division und Mill Street gekauft. Die Pläne erforderten, dass das Gebäude abgerissen und eine Ganzstahlkonstruktion errichtet wurde. Die Beschäftigtenzahl betrug Ende 1972 430 Personen.
Am 8. Mai 1973 wurden Pläne für den Bau einer neuen Produktionsstätte im Nordosten Wisconsins bekannt gegeben. Die Produktionsstätte 4 wurde in Marinette, Wisconsin gebaut. Sie war auf Verfahren spezialisiert, die in den vorhergehenden Produktionsstätten nicht vorhanden waren. Die Anlage in Marinette war darauf ausgelegt, 12 Tonnen pro Stunde zu schmelzen. Die Produktionsstätte 4 wurde fertig gestellt und begann im Mai 1974 mit der Produktion.
Im Werk 4, Marinette, wurden in den Jahren 1976 und 1978 zwei Vertikalspritzgießmaschinen aufgestellt.
Im Juni 1977 stiftete die Familie Schwenn der Stadt Waupaca das Originalgrundstück, auf dem die Pioneer-Gießerei gebaut worden war. Das Grundstück wurde in einen Stadtpark umgewandelt.
Die Budd Company wurde im Jahr 1978 vom deutschen Unternehmen Thyssen gekauft.
Im Jahr 1981 begannen Mitarbeiter der Waupaca-Gießerei die größte Vertikalspritzgießmaschine der Welt zu entwickeln und zu bauen. "Der große Ochse" genannt, ging diese automatische Formmaschine im Januar 1982 in Werk 2 in Produktion.
Im Jahr 1986 wurde duktiles Eisen in Werk 1 eingeführt und eine BMD-Reinigungsmaschine in Werk 2 installiert. Im Jahr 1989 wurden in den Werken 2 und 3 die Kupolöfen vergrößert und ein zweiter "Großer Ochse" in Werk 2 hinzugefügt.
Im Rahmen der Bestrebungen, Mitarbeiter in die Betriebsablaeufe einzubeziehen wurde in der Gießerei das Kaizen-Programm eingeführt. Im Kaizen-Programm bilden fünf oder sechs Mitarbeiter aus unterschiedlichen Abteilungen ein Team, um an einer kreativen Problemlösung zu arbeiten und um neue Wege zu finden, die Produktion oder den Materialfluss zu verbessern.
Im Jahr 1993 erhielt Werk 4 eine weitere Vertikalspritzgießmaschine und Werk 3 eine Vertikalspritzgießmaschine. In den Werken 2 und 3 wurde der Kupolofen erneut vergrößert. Im Jahr 1994 erhielt Werk 1 eine weitere Vertikalspritzgießmaschine. 1995 wurde eine sechste Vertikalspritzgießmaschine in Werk 4 installiert und 1996 eine zusätzliche in Werk 1.
Im Januar 1996 begann die Konstruktion von Werk 5 in Tell City, Indiana. Im Februar 1997 wurde Werk 5 als eine der fortschrittlichsten und modernsten Gießereien der Welt in Betrieb genommen.
Gary Thoe wurde im Jahr 1997 Präsident und Geschäftsführer der Waupaca-Gießerei, nachdem Don Brunner in den Ruhestand gegangen war.
Die größte Vertikalspritzgießmaschine der Welt wurde im März 1999 in Tell City installiert. Die Maschine wurde "Der Super Ochse" genannt und wurde von Mitarbeitern der Waupaca-Gießerei entwickelt und gebaut. Dann, im Jahr 1999, wurde mit der Fertigstellung von Abschnitt 2 ein weiterer "Super Ochse" in Tell City installiert. Diese Ergänzung erhöhte die Gesamtanzahl der vertikalen Formmaschinen firmenweit auf 29 mit einer Kapazität von mehr als 380 Tonnen pro Stunde. Somit wurde die Waupaca-Gießerei zu einer der größten Eisengießerein der Welt mit mehr als 2300 Beschäftigten.
Im Jahr 1999 fusionierten Thyssen und Krupp zu ThyssenKrupp.
Im März 2000 begann der Bau des Werks 6, das sich in Etowah, Tennessee befindet. Diese Anlage wurde im Oktober 2001 mit 4 Vertikalspritzgießmaschinen in Betrieb genommen, wodurch sich ein unternehmensweiter Gesamtbestand von 33 Vertikalspritzgießmaschinen ergibt.
Im Jahr 2002 ändert sich der Name von Waupaca Foundry zu ThyssenKrupp Waupaca.
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